Notfall

Sachsen will Landeszentralstelle für psychosoziale Notfallversorgung

„Die Krisenhelfer der psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) leisten eine unschätzbare Arbeit nach schweren Unglücken und Katastrophen. Deshalb unterstützen wir die Forderung des Fachverbandes für Notfallseelsorge und Krisenintervention Mitteldeutschland e.V., eine koordinierende Landeszentralstelle für die psychosoziale Notfallversorgung  zu schaffen. Um keine Zeit zu verlieren, hat die Koalition einen aktuellen Antrag der Fraktion B90/Grüne im Innenausschuss qualifiziert, der dann auch einstimmig angenommen wurde“, so Albrecht Pallas, innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag am Donnerstag, 14.06.2018, nach der Sitzung des Landtags-Innenausschusses.

„Eine bessere Koordinierung  der Betreuung wird sowohl den Betroffenen als auch den Einsatzkräften zu Gute kommen. Wir folgen mit einer solchen Zentralstelle auch den Hinweisen und Forderungen der PSNV-Vertreter von unterschiedlichen Institutionen  und Organisationen, die in unserer SPD-Blaulichtkonferenz ausführlich diskutiert worden sind“, so Pallas. „Damit wird auch das Gesetz über den Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz an einer wichtigen Stelle ergänzt werden.“

Hintergrund: Der Innenausschuss stimmte am Donnerstag einem Grünen-Antrag zur Einrichtung einer Landeszentralstelle für psychosoziale Notfallversorgung (Drs. 6/10478) und einem Änderungsantrag der Koalition zu. Im Änderungsantrag wird festgelegt, dass die Landeszentralstelle im Gesetz über den Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz verankert wird.

„Bislang wird die psychosoziale Notfallversorgung in Sachsen von rund 380 Ehrenamtlichen und wenigen Hauptamtlichen in Zusammenarbeit mit den unteren Brandschutz-, Rettungsdienst- und Katastrophenschutzbehörden, also den kreisfreien Städten und den Landkreisen, sichergestellt. Allerdings geraten diese bewährten Strukturen gerade bei Ereignissen mit vielen Opfern an ihre Grenzen. Es bedarf daher einer koordinierenden Stelle, die insbesondere die ehrenamtlichen Notfallseelsorger entlastet, die behörden- und organisationsübergreifende Aktivitäten zusammenführt und abstimmt. Diese muss nicht zwingend im Innenministerium angesiedelt werden, sondern kann auch auf bestehende Strukturen aufbauen“, erklärt Valentin Lippmann, innenpolitischer Sprecher der GRÜNEN Fraktion.



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