Kindermedizin

Leitlinie psychische Erkrankungen im frühen KindesalterAOK-Versorgungs-Report 2015: Große regionale Unterschiede bei der Gesundheitsversorgung von Kindern

Leitlinie psychische Erkrankungen im frühen Kindesalter

Eine neue Leitlinie beschreibt jetzt, wie psychische Erkrankungen im frühen Kindesalter diagnostiziert und behandelt werden sollen. Die Leitlinie stellt fest, dass Kinder mit psychischen Auffällig-keiten und Störungen in der Regel in einem multi- und interdisziplinären Netzwerk versorgt und betreut werden sollen, in dem Ärzte, Psychotherapeuten und weitere Berufsgruppen gegebenenfalls sozialgesetzbuchübergreifend (zum Beispiel Gesundheitssystem und Jugendhilfe) zusammenarbeiten.

So können die Kompetenzen verschiedener Berufsgruppen nach störungsspezifischer, differentieller Indikationsstellung sinnvoll kombiniert und ergänzt werden. Die Leitlinie richtet sich an alle entsprechenden Berufs- und Fachgruppen. Sie enthält auch Hinweise auf die Qualifikation von einzelnen Berufs-gruppen (zum Beispiel in der Behandlung spezieller Störungen).

Psychotherapie ist die Hauptbehandlungsform einer leitliniengerechten Versorgung psychischer Erkrankungen im frühen Kindesalter. Sie ist in der Regel pharmakologischen Therapien vorzuziehen.

Link: www.awmf.de      (Leitlinien Psychische Störungen im Säuglings-, Kleinkind- und Vorschulalter)

AOK-Versorgungs-Report 2015 erschienen

Entscheidet der Wohnort darüber, welche Gesundheitschancen Kinder und Jugendliche in Deutschland haben? Zahlen des Versorgungs-Reports 2015 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) lassen einen solchen Schluss zu.  „Die hohen Unterschiede zwischen den Regionen können nicht allein medizinische Gründe haben“, sagt Jürgen Klauber, Geschäftsführer des WIdO und Mitherausgeber des Versorgungs-Reports. Er fordert daher dazu auf, „die Indikationsstellung stärker zu hinterfragen“. Die Analysen des WIdO basieren auf Daten von AOK-Patienten bis 24 Jahren.

Regionale Versorgungs- und Behandlungsunterschiede gibt es auch für Krankheitsbilder, die keine Operation erfordern, etwa bei Hyperkinetischen Störungen (HKS), auch als ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) bekannt. Rund eine halbe Million Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren erhielten im Jahr 2013 eine HKS-Diagnose. Die Krankheitshäufigkeit von HKS lag für diese Gruppe im Jahr 2013 bei 4,9 Prozent. Über dem Bundesdurchschnitt liegt Thüringen mit 6,8 Prozent und deutlich darunter Bremen mit 2,2 Prozent.

Internetportal zum Buch (Online-Zugang): 50e03b61d2

Alle Abbildungen und Tabellen sind im Internetportal (http://www.versorgungs-report-online.de/) zum Versorgungs-Report abrufbar.

Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis des Reports unter Überblick.