2.KJP-Symposium

2. KJP-Symposium lädt im September wieder nach Potsdam einThemenfeld sind Kinder und Jugendliche mit sehr komplexen Störungsbildern

Cornelia Plamann
Cornelia Plamann

Frage: Frau Plamann, wie haben Sie zu den Themen des 2. KJP-Symposiums gefunden?

Cornelia Plamann: Die Ideen und Themen zum 2. Symposium entstanden nach Auswertungen, Überlegungen und den Rückmeldungen der Kollegen, die am 1. KJP-Symposium teilgenommen haben. Außerdem haben wir uns ganz praxisnah aktuellen Fragestellungen, die sich täglich in unseren Praxen häufen,  gestellt. Zudem werden die Anfragen und Behandlungswünsche von Patienten immer komplexer. Sie  erfordern von uns ein erhöhtes Basiswissen auch in anderen Bereichen, zum Beispiel auf dem somatischen Gebiet.

Frage: Mit welchen Patientengruppen beschäftigen Sie sich dabei?

Cornelia Plamann: Wir haben dabei neben Patienten mit psychischen Störungen auch Kinder und Jugendliche mit somatischen Beschwerden im Visier. Auch um Kinder mit sehr komplexen Störungsbildern wird es intensiv auf dem Symposium gehen, die uns aufgrund ihrer Einschränkungen in der therapeutischen Intervention vor immer neue Herausforderungen stellen. Wir schauen also ganz gezielt auf Patientengruppen, die ein erhöhtes Maß an psychotherapeutischer Kompetenz verlangen. Natürlich spielt ebenso die therapeutische Arbeit mit Flüchtlingskindern eine große Rolle in der Dramaturgie des Symposiums. Wir werden darauf einen berufspolitischen wie praktisch therapeutischen Blick werfen.

Frage: Können Sie schon Lust auf das Symposium durch Ankündigung einiger Referenten machen?

Cornelia Plamann: Wir haben für das Symposium namenhafte und interessante Referentinnen und Referenten gewinnen können.  Da ist zum Beispiel Herr Professor Dr. Hans-Ludwig  Spohr von der Berliner  Charité zu nennen, der für sein riesiges Engagement für alkoholgeschädigte Kinder  sowie seinen Beitrag zur Verbesserung der Versorgung dieser Kinder im letzten Jahr mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde. Herr Professor Spohr ist einer der führenden Wissenschaftler und Diagnostiker Deutschlands auf diesem Gebiet. Er wird einen der Plenumsvorträge sowie einen Workshop zum Thema „Das fetale Alkoholsyndrom“ halten. Es wird darin um Fragen der Grenzen der Diagnostik, um Probleme betroffener Kinder in der Schule sowie Ausbildung gehen.

Weiter möchte ich als Referentin des 2. KJP-Symposiums Hanne Seemann nennen. Sie ist Psychologische Psychotherapeutin und in der Aus- und Weiterbildung zur psychosomatischen Grundversorgung tätig. Zum Symposium wird sie der Frage psychosomatischer Störungen und funktioneller Schmerzen nachgehen. Weiterhin möchte ich als Referentin Frau Professor Dr. Barbara Bräutigam von der Hochschule Neubrandenburg vorstellen, die sich mit dem Einsatz von Kinderliteratur in der Psychotherapie befassen wird. Da ist Frau Ahrens-Eipper mit dem Vortrag „Kindern und Jugendlichen in Krisen Halt geben“ zu nennen. Sie wird darin Theorie und Praxis der Krisenintervention im Rahmen der psychotherapeutischen Tätigkeit vorstellen. Und es wir einen Workshop zur Thematik bindungsgestörter Kinder geben.

Frage: Wie hoch ist der KJP-Bedarf nach Austausch/Kommunikation und Vernetzung?

Cornelia Plamann: Der Bedarf an Vernetzung, Kommunikation ist bei uns sehr hoch. Die niedergelassenen Kollegen sind in ihren Einzelpraxen-Strukturen gebunden, so dass es oft an Austausch fehlt. Aber der ist bei komplexen Störungsbildern oder schwierigen Konstellationen der Patienten dringend nötig, um sich zu vernetzen, um miteinander im Gespräch zu bleiben. Darüber hinaus sind berufspolitische Aspekte interessant und diskutierenswert. Zu diesem Zweck haben wir ein 2. KJP-Symposium aufgelegt.