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Das Museum der bildenden Künste Leipzig. Foto: Werner Huthmacher

Gesellschaftsabend des 3. OPT führt in das Museum der bildenden KünsteWechselausstellung „Nolde und die Brücke“ ist exklusiv zu sehen

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Emil Nolde, Maler Schmidt-Rottluff, 1906, Nolde Stiftung Seebüll © Nolde Stiftung Seebüll
Museum der bildenden Künste Leipzig

Im gläsernen Kubus des 2004 eingeweihten Museumsneubaus begegnen sich Geschichte und Moderne, Kunst und Bürgersinn. Das hat Tradition: Bereits um 1858 haben Leipziger Kaufleute, Verleger, Händler und Bankiers das Museum der bildenden Künste Leipzig gegründet. Zahlreiche Sammler sind seither ihrem Vorbild gefolgt und haben das Haus mit Schenkungen und Stiftungen bedacht: Maximilian Speck von Sternburg, einer der großen Kunstliebhaber des 19. Jahrhunderts, Marion Bühler-Brockhaus, die mit ihrem Mann eine bedeutende Sammlung französischer Malerei des 19. Jahrhunderts zusammentrug, oder Harald Falckenberg, der zu den profiliertesten Sammlern der Gegenwart zählt.

Der Museumsneubau entstand nach Plänen der Berliner Architekten Hufnagel, Pütz und Rafaelian. Von außen sichtbare Höfe und Terrassen öffnen das Museum zur Stadt hin. Einmalig ist die Weite im Inneren, vielfältige Sichtachsen erschließen Bezüge zur Stadtlandschaft. Zeitgenössische Werke und raumbezogene Installationen werden auf den Terrassen, in den Höfen und Treppenhäusern präsentiert – hier begegnen sich Kunst und Architektur auf ganz besondere Weise.

„Nolde und die Brücke“

Emil Nolde gehört zu den herausragenden Künstlern des 20. Jahrhunderts. Die Künstlergruppe „Brücke“, die 1905 in Dresden von Fritz Bleyl, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff gegründet wird, zählt zu den wichtigsten Vertretern des Expressionismus. Diese Anfang 20-Jährigen sind von den „Farbenstürmen“ des bald eine Generation älteren Noldes begeistert und bieten ihm im Februar 1906 die Mitgliedschaft an. Es kommt zum künstlerischen Austausch. Die Malerei der „Brücke“ wird durch Nolde inspiriert und dieser wiederum lässt sich anregen vom Holzschnitt, einer Domäne der „Brücke“-Künstler. Ihre fast zwei Jahre anhaltende Zusammenarbeit leitet den Beginn der modernen Kunst in Deutschland ein. Doch Nolde, der „die Flügel ja so gern frei haben will“, trennt sich von den „Brücke“-Künstlern bereits im November 1907. Das künstlerische Echo der gemeinsamen Zeit hält allerdings für alle beteiligten Künstler noch Jahre an.

Erstmals zeigen das Museum der bildenden Künste Leipzig und die Kunsthalle zu Kiel in einer gemeinsam konzipierten Ausstellung dieses aufregende Kapitel deutscher Kunstgeschichte. 150 Werke der Malerei, der Zeichnung und der Druckgraphik künden von expressiv aufgeladenen Landschaften, von Porträts, die Seelenbildern gleichen, und von Orten und Räumen, die von vibrierenden Farbströmen durchzogen sind.

Die Ausstellung, an der sich zahlreiche museale und private Leihgeber beteiligen, erfolgt mit der Unterstützung des Brücke-Museums in Berlin und der Nolde Stiftung Seebüll.